Angemessene Bauelemente für Schlagregen

Bei der Erstellung eines Gebäudes denken die wenigsten Bauherren an spätere Witterungseinflüsse. Wir zeigen Ihnen, wie Sie beim Neubau oder der Renovierung dem Schlagregen erfolgreich begegnen.

Bauelemente für Schlagregen

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Witterung - Schutz im Gebäude bei jedem Wetter
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Als Folge des Klimawandels hat sich das Wetter in den gemässigten Zonen Europas verändert. Plötzlich auftretende Wetterphänomene mit Starkregen und Windgeschwindigkeiten im Orkanbereich nehmen zu. Das hat zur Folge, dass für bestehende Gebäude eine grössere Belastung durch diese Umwelteinflüsse entsteht. Für empfindliche Teile des Gebäudes wie beispielsweise Fenster und Türen ist die Schlagregendichtheit zu wichtigen Faktoren für Planer, Bauherren und Nutzern geworden. Das gilt auch für die Fassade des Gebäudes. Gibt es eine Möglichkeit, geprüfte Bauelemente zu finden, die extremen Witterungsbedingungen standhalten?

Wir möchten einige generelle Informationen zu dem Thema Schlagregendichtheit vermitteln. Dabei geht es um wichtige Inhalte wie zum Beispiel:

  • Die Beanspruchungsklassen für Schlagregendichtheit

  • Schlagregendichtheit Beregnungsverfahren

  • Wasserdichte Fassaden

  • Was passiert, wenn die Witterung nicht in den Bauprozess einbezogen wird?

Hier kurz die Definition des Begriffes Schlagregendichtheit und die damit verbundene Wasserdichtheit.

Schlagregendichtheit

Unter dem Begriff Schlagregendichtheit wird definiert, wie hoch die Widerstandsfähigkeit von Fenstern und Türen gegen das Eindringen von Feuchtigkeit in Kombination mit Wind ist. Es wird dabei geprüft, inwieweit:

  • Wind

  • Regen

Schäden an den Bauteilen verursachen können. Die Widerstandsfähigkeit des geprüften Elements wird nach erfolgreichem Bestehen des Tests in Form einer Klassifizierung festgehalten.

Mit Blick auf die zunehmenden klimatischen Veränderungen durch das Auftreten extremer Witterungseinflüsse ist es beim Bau und der Sanierung von Gebäuden zwingend erforderlich, Fassaden, Türen und Fenster auf Schlagregendichtheit zu prüfen.

Die Beanspruchungsklassen für Schlagregendichtheit

Zur einheitlichen Festlegung von Prüfungsverfahren in Bezug auf die Dichtheit von Fenstern und Türen und Fassaden bei Schlagregen wurden Normen erstellt, die teilweise europaweit gültig sind. Die bedeutendsten Vorgaben sind in diesen Normen festgelegt worden:

  • DIN EN 1027

  • DIN EN 12208

  • DIN EN 12155

  • DIN EN 12154

Wir möchten die relevantesten Normen im Wesentlichen erläutern.

DIN EN 1027 (europäische Norm)

Schlagregen entsteht durch eine Kombination aus Regen und Wind. Die Prüfnorm legt ein vereinheitlichtes Verfahren fest, unter dem Wasser gegen die zu testenden Bauteile gedrückt wird. Während der Prüfung wird die Dichtheit des zu testenden Objektes überprüft.

DIN EN 12208 (europäische Norm)

In dieser Norm erfolgt die Klassifizierung der Testergebnisse aus der Prüfung nach der Norm DIN EN 1027. Dabei erfolgt eine Unterscheidung, ob die geprüften Bauteile nach Verfahren A schutzlos der Witterung ausgesetzt wurden. Die im Verfahren B geprüften Bauelemente haben einen baulichen Schutz durch beispielsweise Balkone oder Vordächer.

Schlagregendichtheit Beregnungsverfahren

Das Beregnungsverfahren zur Prüfung der Dichtheit von Fenstern und Türen erfolgt nach der europäischen Norm DIN EN 1027. Voraussetzungen für den ordnungsgemässen Test sind:

  • die zugeführte Wassermenge muss bis auf 10 Prozent Genauigkeit von der Messvorrichtung erfasst werden;

  • die gesamte Oberfläche des Prüfobjektes muss vom Sprühsystem gleichmässig erfasst werden;

  • der aufgebrachte Wasserdruck muss durch die Messvorrichtung mit einer Genauigkeit von maximal 5 Prozent Abweichung erfasst werden;

  • der Wasserdruck muss kontrolliert aufgebracht werden und schnelle Druckänderungen während der Prüfung müssen möglich sein;

Die Beregnung des Prüfobjektes erfolgt über Kegelstrahldüsen. Dabei ist der Abstand der Düsen zueinander auf 40 Zentimeter festgelegt. Die Düsenleiste wird in einem Abstand von 25 Zentimetern zum Prüfobjekt installiert.

Beregnungsverfahren

Der Wasserdruck wird während der Prüfung ständig erhöht, um festzustellen, wie er sich auf die Dichtheit der getesteten Bauteile auswirkt. Auch der Zeitraum der Besprühung ist in der Norm festgelegt. Er variiert von 15 Minuten bis maximal 55 Minuten. Je nach Höhe des maximalen Wasserdrucks, der in Pascal (Pa) gemessen wird, erfolgt eine Einstufung in eine der neun Windlast-Stufen zur Ermittlung der Schlagregendichtheit.

  • Klasse 1 = 0 Pa

  • Klasse 2 = 50 Pa

  • Klasse 3 = 100 Pa

  • Klasse 4 = 150 Pa

  • Klasse 5 = 200 Pa

  • Klasse 6 = 250 Pa

  • Klasse 7 = 300 Pa

  • Klasse 8 = 450 Pa

  • Klasse 9 = 600 Pa

Mit dieser Klassifizierung ist es möglich, für jedes Gebäude die passenden Fenster und Türen in Bezug auf Schlagregendichtheit zu finden.

Wasserdichte Fassaden

Je nach Lage eines Gebäudes kann die Wasserdichtheit der Fassade entscheidende Auswirkungen auf die Lebensdauer der Immobilie haben. So ist es beispielsweise in Küstenlagen stürmischer mit häufigerem Niederschlag als im Landesinneren. Zusätzlichen Einfluss auf die Wasserdichtheit der Fassade haben die Windgeschwindigkeiten in einzelnen Landesteilen, mit denen Regen gegen das Gebäude gedrückt wird.

Eindringende Feuchtigkeit kann dazu führen, dass sich die Bewohner des Hauses nicht mehr sicher fühlen. Ein wichtiger Faktor ist, dass Feuchtigkeit im Inneren eines Gebäudes der Vorläufer von Bauschäden werden könnte. Wichtig ist zusätzlich das Raumklima in der Immobilie. Unter diesem Aspekt ist die Wasserdichtheit der Fassade auch eine Massnahme zur Förderung von Sicherheit und Wohlbefinden für die Bewohner.

Fassaden aus Stahlprofilsystemen bieten Wind und Wetter keine Angriffsfläche. Sie sind gegen Schlagregen geprüfte Elemente in der Aussenhülle eines Gebäudes, und bieten den Bewohnern oder Nutzern somit Schutz vor eindringendem Wasser und den Schäden, die dadurch entstehen können.

Was passiert, wenn die Witterung nicht in den Bauprozess einbezogen wird?

Bei der Übergabe eines Neubaus erstrahlt das Gebäude in einem vollkommenen Zustand. Architekten und Bauingenieure sollten sich aber bereits bei der Planung des Hauses darüber Gedanken machen, welche Bedeutung später Witterungseinflüsse auf das Gebäude haben werden. So hinterlassen:

  • Schnee

  • Eis

  • Regen

  • Sonne

  • Wind

im Laufe der Zeit sichtbare Spuren am Gebäude und den einzelnen Bauteilen. Diese äusseren Einflüsse können nur in den seltensten Fällen als Bauschäden geltend gemacht werden.

Am meisten gefährdet sind bei einem Gebäude:

  • Fassade

  • Fenster

  • Türen

deren Komponenten mit der Zeit durch Witterungseinflüsse porös und undicht werden können. Das führt zu Unbehaglichkeiten im Inneren des Gebäudes, wenn Zugluft nach innen dringt oder die im Haus erzeugte Wärme durch undichte Fenster und Türen nach aussen gelangt.

Wie sich Windlast auf Fassaden, Fenster und Türen auswirkt

Neben der Schlagregendichtheit ist auch die Windlast ein wichtiger Faktor, der bei der Planung eines Gebäudes berücksichtigt werden sollte.

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Wie sich Windlast auf Fassaden, Fenster und Türen auswirkt

Aus diesen Gründen sollte der Bauherr bereits bei der Planung des Hauses daran denken, bei wichtigen Gebäudeteilen wie Fassade, Fenstern und Türen nur qualitativ hochwertige Produkte einzubauen. Diese Bauteile sollten in Bezug auf Schlagregendichtheit höchsten Anforderungen entsprechen. Die Firma Jansen beispielsweise ist ein leistungsstarker Partner in Bezug auf Qualität und Sicherheit ihrer Produkte.

Fazit

Bereits beim Bau oder der Renovierung eines Gebäudes ist es entscheidend, an spätere Einflüsse durch Wind und Wetter zu denken. Besonders Fenster, Türen und die Fassade des Gebäudes bieten Angriffsflächen für Witterungseinflüsse. Hier ist es entscheidend, nur Bauelemente zu verwenden, die auf Schlagregendichtheit geprüft wurden. In speziellen Verfahren wird nach europäischen Normen die Anfälligkeit von Bauelementen auf Starkregen in Verbindung mit Wind getestet. Entsprechend erfolgt eine Klassifizierung, nach der Sie die für Ihr Bauvorhaben perfekt geeigneten Bauteile und Komponenten finden.